Kaufberatung

Arcade Stick oder Leverless? Kaufberatung für Einsteiger und Enthusiasten

Weiße Linienzeichnung eines klassischen Arcade Sticks und eines Leverless Controllers auf schwarzem Hintergrund.

Arcade Stick oder Leverless? Diese Kaufberatung erklärt die Unterschiede, zeigt wichtige Kaufkriterien und empfiehlt passende Modelle vom günstigen Einstieg bis zur Premiumklasse.

Arcade Sticks gehören für viele Spieler genauso zu Fighting Games wie Lebensbalken, Combos und der Ruf zur nächsten Runde. Das hat historische Gründe: Viele der bekanntesten Fighting Games wurden zunächst in Spielhallen populär. Als das Genre seinen Weg auf Heimkonsolen fand, brachten Hersteller auch das vertraute Bedienkonzept aus Hebel und großen Aktionstasten ins Wohnzimmer.

Leverless Controller kamen später hinzu. Bei ihnen wird der Hebel durch einzelne Richtungstasten ersetzt. Das ermöglicht nach ausreichend Training sehr direkte und konsistente Eingaben. Wer Fighting Games bereits gut mit einer Tastatur spielen kann, findet sich mit einem Leverless-Modell häufig schneller zurecht. Trotzdem gilt für beide Controller-Arten: Ohne Übung geht es nicht.

Warum sollte man überhaupt von einem normalen Gamepad wechseln? Für mich lautet die ehrlichste Antwort: wegen des Spielgefühls und des Spaßes. Das Klicken des Hebels, das Klackern der Tasten und das Gewicht des Controllers auf dem Schoß ergeben ein Erlebnis, das sich nur schwer beschreiben lässt. Man lernt es einfach zu lieben.

Dieser Guide richtet sich an alle, die neugierig sind, aber angesichts der großen Auswahl nicht wissen, womit sie anfangen sollen. Noch in den frühen 2000er-Jahren war das Angebot überschaubar. Heute gibt es unzählige Größen, Layouts, Schalter, Gehäusematerialien und Kompatibilitätslösungen. Die hier vorgestellten Modelle bilden deshalb bewusst nur eine kleine, persönlich erprobte Auswahl.

Ein wichtiger Punkt vorweg: Ein Arcade Stick oder Leverless Controller macht niemanden automatisch zu einem besseren Spieler. Auch auf höchstem Niveau werden Turniere mit Gamepads, Arcade Sticks und Leverless Controllern gespielt. Entscheidend ist nicht das Prestige der Hardware, sondern wie wohl man sich damit fühlt und wie viel Zeit man ins Training investiert.

Die schnelle Entscheidung

Wähle einen Arcade Stick, wenn du das klassische Spielhallengefühl, die physischen Bewegungen des Hebels und das typische Klicken liebst. Probiere einen Leverless Controller, wenn dir einzelne Richtungstasten liegen oder du bereits viel mit der Tastatur spielst. Und bleibe ruhig beim Gamepad, wenn du dich damit am wohlsten fühlst – es gibt keinen Controller, den man besitzen muss, um gut zu spielen.

Wie funktionieren Arcade Stick und Leverless Controller?

Der klassische Arcade Stick

Ein Arcade Stick übersetzt die Bewegung seines Hebels normalerweise in digitale Richtungssignale. Unter dem Hebel sitzen vier Mikroschalter für links, rechts, oben und unten. Bewegst du den Hebel in eine Richtung, betätigt ein Bauteil an seiner Unterseite den passenden Schalter. Bei einer Diagonale werden zwei Schalter gleichzeitig aktiviert, zum Beispiel unten und rechts.

Eine sogenannte Restrictor Gate begrenzt den Bewegungsbereich des Hebels. Form und Abstimmung dieser Führung beeinflussen, wie deutlich sich Richtungen und Diagonalen erfühlen lassen. Auf der rechten Seite sitzen große Aktionstasten für Schläge, Tritte und weitere Spielfunktionen.

Das Besondere ist die körperliche Komponente: Eine Viertelkreisbewegung wird tatsächlich mit der Hand ausgeführt. Dazu kommen der Widerstand des Hebels, sein Klicken und der Klang der Tasten. Für mich ist genau das ein großer Teil des Reizes.

Der Leverless Controller

Ein Leverless Controller ersetzt den Hebel durch einzelne Tasten für die vier Richtungen. Bei verbreiteten Layouts liegen links, unten und rechts nebeneinander, während die größere Taste darunter die Eingabe nach oben übernimmt und mit einem Daumen bedient werden kann. Das erinnert an eine Tastaturbelegung und erlaubt klar voneinander getrennte Richtungswechsel.

Weil entgegengesetzte Richtungen gleichzeitig gedrückt werden können, muss die Elektronik diese sogenannten SOCD-Eingaben auflösen. Links und rechts ergeben je nach Controller, Firmware und gewähltem Modus beispielsweise ein neutrales Signal. Wer auf Turnieren spielt, sollte deshalb die aktuellen Regeln des jeweiligen Veranstalters prüfen und unzulässige Turbo-, Makro- oder SOCD-Einstellungen vermeiden.

Mit viel Training können Richtungseingaben auf einem Leverless sehr sauber und konsistent werden. Das bedeutet aber nicht, dass diese Bauform jeden Spieler automatisch präziser macht. Der Wechsel benötigt neues Muskelgedächtnis. Ich selbst spiele seit mehr als 20 Jahren mit Arcade Sticks und bin bei meinem Versuch, dauerhaft auf Leverless umzusteigen, wieder beim Hebel gelandet. Mir macht er schlicht mehr Spaß.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Plattformkompatibilität

Dieser Guide konzentriert sich auf PC und PS5. Beim PC ist die Einrichtung häufig unkompliziert, besonders wenn ein Controller XInput unterstützt. Bei Konsolen muss genauer hingesehen werden. Ein Aufdruck wie „PS4-Modus“ bedeutet nicht automatisch, dass das Gerät ohne Einschränkungen mit nativen PS5-Spielen funktioniert.

Manche Controller sind offiziell für PlayStation lizenziert und funktionieren direkt. Andere benötigen einen kompatiblen Adapter, einen Authentifizierungs-Dongle oder einen angeschlossenen Originalcontroller. Das verursacht zusätzliche Kosten und kann von Firmware, Spiel und Konsolen-Update abhängen. Prüfe daher immer die konkrete Kombination aus Controller, Plattform und Spiel – besonders vor einem Turnier.

Größe, Gewicht und Halt

Größe und Gewicht sind persönliche Vorlieben. Ich mag Controller mit etwas Gewicht, weil sie ruhig auf dem Schoß liegen. Andere bevorzugen ein möglichst flaches und leichtes Modell für den Rucksack. Kleine Leverless Controller sind besonders transportfreundlich, können sich bei großen Händen aber beengt anfühlen.

Tasten, Hebel und Schalter

Bei einem günstigen Einsteigermodell müssen die Komponenten nicht perfekt sein. Sie sollten zuverlässig funktionieren und ein Gefühl dafür vermitteln, ob diese Controller-Art grundsätzlich gefällt. Wer später auf hochwertige Komponenten von Sanwa, Seimitsu oder Qanba wechselt, bemerkt häufig Unterschiede bei Auslösegefühl, Rückmeldung und Klang. Welche Abstimmung sich am besten anfühlt, bleibt trotzdem Geschmackssache.

Leverless Controller verwenden je nach Modell klassische Arcade-Tasten, mechanische Tastaturschalter oder optische Schalter. Hot-Swap-fähige Modelle erlauben den Wechsel kompatibler Schalter ohne Löten. Dabei muss aber auf den konkreten Schalterstandard geachtet werden: Nicht jeder Low-Profile- oder MX-Schalter passt in jedes Gehäuse.

Modding und Wartung

Die Möglichkeit, verschlissene oder ungeliebte Teile zu ersetzen, ist langfristig wichtig. Ein leicht zugängliches Gehäuse, Steckverbindungen und standardisierte Tastenformate sind klare Pluspunkte. „Modifizierbar“ heißt allerdings nicht immer „vollständig werkzeuglos“: Manche Gehäuse lassen sich über einen Verschluss öffnen, für andere werden Schraubendreher oder spezielle Abzieher benötigt.

Budget

Wenn du noch nie mit Stick oder Leverless gespielt hast, ist ein günstiger Einstieg sinnvoll. Bist du dir dagegen schon sicher, dass du langfristig dabeibleiben möchtest, kannst du direkt zu einem soliden Mittelklassemodell greifen. Premiumgeräte fühlen sich oft hochwertiger an und bieten mehr Komfort, machen dich aber nicht automatisch besser.

Vor dem Kauf möglichst ausprobieren

Wenn du die Gelegenheit hast, probiere beide Bauformen bei Freunden, auf einem Local Event oder bei einem Turnier aus. Zehn Minuten an echter Hardware sagen über Größe, Handhaltung und Spielgefühl häufig mehr aus als eine lange Liste technischer Daten.

Unsere Empfehlungen im Überblick

  • Günstiger Arcade-Stick-Einstieg: Mayflash F300
  • Arcade Stick für langfristige Nutzung: HORI Fighting Stick Alpha
  • Premium-Arcade-Stick: Victrix Pro FS
  • Günstiger Leverless zum Ausprobieren: Haute42 G16
  • Leverless-Mittelklasse: Haute42 R16 oder M Ultra
  • Premium-Leverless: Razer Kitsune oder Victrix Pro KO
  • Wenn das Budget keine Rolle spielt: die beiden Victrix-Varianten

Die Reihenfolge ist kein allgemeines Leistungsranking. Jedes Modell erfüllt einen anderen Zweck und wurde danach ausgewählt, für wen es besonders sinnvoll ist.

Arcade-Stick-Empfehlungen

Der Mayflash F300 ist meine Empfehlung für alle, die noch nie einen Arcade Stick in der Hand hatten und erst einmal herausfinden möchten, ob ihnen das Spielgefühl liegt. Ich konnte ihn auf Turnieren ausprobieren. Die Hebeleinheit fühlt sich für diese Preisklasse überraschend ordentlich an. Die serienmäßigen Tasten würde ich dagegen höchstens in der Mittelklasse einordnen – zum Lernen und Sammeln erster Erfahrungen reichen sie dennoch vollkommen aus.

Mit rund 30 Zentimetern Breite und etwa 1,6 Kilogramm Gewicht gehört der F300 zu den kleineren Arcade Sticks. Eine Metallplatte und Gummifüße helfen dabei, ihn stabil zu halten. Für spätere Upgrades ist er mit passenden Sanwa-Tasten und einem Sanwa-Hebel kompatibel. Das macht ihn interessant, wenn aus dem vorsichtigen Ausprobieren doch ein längerfristiges Hobby wird.

Die Plattformunterstützung ist breit, aber nicht überall echtes Plug-and-play. Am PC stehen XInput und DInput zur Verfügung. Für PS4 und verschiedene Xbox-Konsolen wird ein kompatibler Controller zur Authentifizierung angeschlossen. Für native PS5-Spiele ist eine zusätzliche kompatible Lösung wie der von Mayflash genannte Adapter erforderlich. Vor dem Kauf sollte deshalb geprüft werden, welche Zusatzhardware für das eigene System benötigt wird.

Unser Urteil: Der F300 ist ein überzeugender Schnupper-Stick für Anfänger und Neugierige. Seine größten Kompromisse liegen bei den serienmäßigen Tasten und der teilweise umständlichen Konsolenanbindung, nicht beim grundlegenden Spielspaß.

Der HORI Fighting Stick Alpha ist seit seiner Veröffentlichung mein Hauptcontroller. Gegenüber günstigen Einsteigermodellen fühlt er sich deutlich besser verarbeitet und erwachsener an. Mit ungefähr 41 Zentimetern Breite und rund 2,7 Kilogramm Gewicht bietet er viel Platz für die Hände und liegt stabil auf dem Schoß. Der Nachteil zeigt sich spätestens auf dem Weg zum nächsten Event: In jeden Rucksack passt er nicht.

Ab Werk verbaut HORI eigene Hayabusa-Tasten und einen Hayabusa-Hebel – keine Sanwa-Komponenten. Viele Spieler bevorzugen genau dieses Gefühl. Ich habe meinen Stick aus persönlicher Vorliebe trotzdem vollständig auf Sanwa umgebaut. Das ist kein notwendiges Qualitätsupgrade, sondern vor allem eine Frage des Geschmacks.

Für Modder ist der klappbare Aufbau ein großer Vorteil. Über einen Verschluss lässt sich das Gehäuse öffnen, sodass Kabel und Komponenten direkt erreichbar sind. Auch das Artwork kann ausgetauscht werden. Mein Exemplar läuft seit Jahren zuverlässig; nach dem Umbau musste ich lediglich einen einzelnen Button erneut ersetzen.

Der offiziell lizenzierte Controller unterstützt PS5, PS4 und Windows-PCs. Er ist meine Empfehlung für Spieler, die bereits wissen, dass sie langfristig beim Arcade Stick bleiben möchten und nicht erst mit dem günstigsten Modell anfangen wollen.

Unser Urteil: Ein sehr solider Mittelklasse-Stick mit guter Verarbeitung, viel Platz und ausgezeichneten Modding-Möglichkeiten. Für überzeugte Stick-Spieler ist er die vernünftigste langfristige Wahl dieser Auswahl.

Der Victrix Pro FS gehört klar zur Premiumklasse. Ich habe ihn auf Turnieren getestet. Sein aus einem Stück gefertigtes Aluminiumgehäuse fühlt sich schwer und ausgesprochen wertig an. Die integrierte Neigung der Handauflage und die großzügige Fläche machen auch längere Sessions angenehm.

Victrix verbaut echte 30-mm-Sanwa-Tasten und einen abnehmbaren Link-2-Hebelschaft auf einer Sanwa-JLF-Basis. Als bekennender Sanwa-Fan gefällt mir diese Ausstattung sehr gut. Über die schnell zugängliche Rückseite erreicht man die sauber angeordneten Komponenten für Wartung und Umbauten.

Der Pro FS unterstützt PS5, PS4 und PC direkt über einen Modusschalter. Größe und Gewicht passen zum Premiumanspruch, machen den Transport aber nicht gerade unauffällig. Genau wie der HORI benötigt er eine entsprechend große Tasche.

So überzeugend das Gerät wirkt, halte ich den aktuellen Preis für zu hoch. Meiner Einschätzung nach dürfte er ruhig 50 bis 80 Euro günstiger sein. Wer diesen Aufpreis problemlos bezahlen kann und direkt in die Premiumklasse einsteigen möchte, erhält dennoch einen robusten Stick, der lange Freude machen dürfte.

Unser Urteil: Ein erstklassig verarbeiteter Arcade Stick mit hochwertigen Komponenten und sehr angenehmer Ergonomie. Empfehlenswert für Enthusiasten mit großem Budget – für die meisten Spieler ist der HORI die vernünftigere Wahl.

Leverless Controller: kompakt, direkt und gewöhnungsbedürftig

Bei einem Leverless werden alle Richtungen über Tasten eingegeben. Das kann schnelle und klar getrennte Eingaben ermöglichen, fühlt sich anfangs aber grundlegend anders an als ein Hebel. Für Tastaturspieler ist der Einstieg häufig vertrauter. Wer dagegen jahrelang mit Arcade Stick gespielt hat, muss mit einer echten Umgewöhnungsphase rechnen.

Bei den folgenden Haute42-Modellen gilt ein wichtiger Plattformhinweis: PC, Switch und ältere Systeme werden über verschiedene Eingabemodi unterstützt. Für eine unterbrechungsfreie Nutzung an PS4 beziehungsweise für native PS5-Spiele kann dagegen eine zusätzliche Authentifizierungs- oder Passthrough-Lösung erforderlich sein. Ohne korrekte Authentifizierung kann im PS4-Modus ein Timeout auftreten. Die benötigte Lösung sollte vor dem Kauf anhand der aktuellen Herstellerdokumentation geprüft werden.

Der Haute42 G16 ist unsere Empfehlung für alle, die Leverless ausprobieren möchten, ohne viel Geld oder Platz zu investieren. Ich habe ihn auf einem Turnier gespielt. Die Verarbeitung war für die Preisklasse überraschend solide, und die Hot-Swap-fähigen Schalter lassen sich bei Bedarf ohne Löten ersetzen.

Mit ungefähr 19,6 mal 12,5 Zentimetern und rund 360 Gramm ist der G16 ausgesprochen klein. Er passt beinahe in eine hintere Hosentasche und verschwindet problemlos im Gepäck. Auf dem Tisch funktioniert das Format gut. Auch auf dem Schoß lässt sich damit spielen, die geringe Breite kann sich dort aber weniger stabil und bei großen Händen beengt anfühlen.

Mir persönlich ist der G16 zu klein. Auch die Leverless-Steuerung selbst hat mich nach vielen Jahren am Arcade Stick nicht überzeugt. Genau dafür eignet sich ein günstiges Modell jedoch: Man kann ohne riesige Investition herausfinden, ob einem diese Art der Eingabe liegt.

Unser Urteil: Eine absolute Empfehlung für neugierige Einsteiger und reisefreudige Spieler. Wer bereits weiß, dass er ein größeres Gehäuse als Handauflage benötigt, sollte direkt zum R16 oder M Ultra greifen.

Der R16 ist mit ungefähr 29,6 mal 19,6 Zentimetern erheblich größer als der G16 und bietet dadurch eine angenehmere Handauflage. Ich habe ihn bei meinem Cousin ausprobiert und fand das Spielgefühl deutlich weniger beengt. Auch auf dem Schoß funktioniert das größere Format gut.

Das transparente Acrylgehäuse bringt die anpassbare RGB-Beleuchtung gut zur Geltung und erlaubt eigenes Artwork. Die 16 Tasten, mehrere SOCD-Modi und der integrierte Web-Konfigurator bieten viel Spielraum. Wer – wie ich – nur das klassische Grundlayout nutzt, muss die zusätzlichen Tasten nicht verwenden. Die Schalter sind Hot-Swap-fähig und können ohne Löten gegen kompatible Alternativen ausgetauscht werden.

Von den beiden Mittelklassemodellen bietet der R16 für mich knapp das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Meine Spielzeit mit ihm war allerdings deutlich kürzer als mit meinem HORI Arcade Stick.

Unser Urteil: Ein solider Leverless für Spieler, denen der G16 zu klein ist und die eine vernünftige langfristige Lösung suchen, ohne direkt in die Premiumklasse zu wechseln.

Der M Ultra richtet sich an dieselbe grundlegende Zielgruppe wie der R16, setzt aber auf ein Aluminiumgehäuse. Mit ungefähr 30 mal 20 Zentimetern und etwas mehr als einem Kilogramm liegt er stabiler auf dem Schoß und vermittelt bereits beim ersten Anfassen einen hochwertigeren Eindruck.

Das Modell verwendet Hot-Swap-fähige Low-Profile-Schalter, bietet RGB-Beleuchtung, mehrere Eingabemodi, konfigurierbare Zusatzfunktionen und einen Tournament Lock. Eigene Motive werden bei dieser Bauform typischerweise als Folie beziehungsweise Skin aufgebracht; ein unter einer transparenten Acrylplatte eingelegtes Artwork wie beim R16 ist nicht vorgesehen.

Im kurzen direkten Vergleich lagen R16 und M Ultra für mich beim grundlegenden Spielgefühl näher beieinander, als es die Unterschiede beim Gehäuse vermuten lassen. Der M Ultra wirkt hochwertiger, während der R16 für mich knapp das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

Unser Urteil: Eine sehr solide Mittelklassewahl für Spieler, die ein großes Leverless-Format und ein wertigeres Aluminiumgehäuse möchten. Wer möglichst günstig dieselbe Grundidee sucht, greift zum R16.

Die Razer Kitsune ist der Hauptcontroller meines Cousins und wurde von mir ebenfalls ausprobiert. Ihr Format von ungefähr 29,6 mal 21 Zentimetern fühlt sich wie eine gute Basisgröße für Leverless an: groß genug für Tisch und Schoß, mit 800 Gramm aber weiterhin leicht zu transportieren. In einer Tasche nimmt sie ungefähr so viel Fläche wie ein großes Tablet ein.

Die flachen optischen Razer-Schalter fühlen sich angenehm leichtgängig und schnell an. Verarbeitung und Aluminiumoberseite hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. Hinzu kommen native PS5- und PC-Unterstützung, ein Kabelverschluss und ein Tournament Lock, der versehentliche Eingaben über Systemtasten verhindert.

Gegenüber günstigeren Haute42-Modellen ist ein Qualitätsunterschied spürbar. Ob dieser Unterschied den erheblichen Aufpreis rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden. Auch beim Modding ist die Kitsune eingeschränkter: Abgesehen von Skins und kleineren Anpassungen bekommt man weitgehend das, was man sieht.

Unser Urteil: Ein sehr solider, hochwertiger und angenehm transportabler Leverless für PS5 und PC. Seine größte Schwäche ist der hohe Preis.

Den Victrix Pro KO konnte ich bei einem Freund kurz ausprobieren. Im direkten Vergleich zur Razer Kitsune fühlt er sich größer, schwerer und noch massiver an. Mit ungefähr 33,5 mal 23,5 Zentimetern und rund 1,2 Kilogramm funktioniert er ausgezeichnet auf dem Tisch und auf dem Schoß.

Technisch bietet der Pro KO viel: Bis zu 16 Tasten können versetzt und neu belegt werden. Die Cherry MX Speed Silver RGB-Schalter sind Hot-Swap-fähig, die Aluminiumplatte ist abnehmbar und die Beleuchtung lässt sich direkt am Controller oder über den Victrix Control Hub anpassen. PS5, PS4 und Windows-PCs werden von der PlayStation-Version direkt unterstützt.

Die zusätzlichen Möglichkeiten sind objektiv umfangreicher als bei der Kitsune. Für meinen persönlichen Spielstil bringen sie allerdings kaum Mehrwert, weil ich nur das klassische Grundlayout verwende. Die Schalter fühlten sich bei meinem kurzen Test solide an, ohne dass mir ein dramatischer Unterschied aufgefallen wäre.

Auch hier ist der Preis schwer zu rechtfertigen. Der Pro KO fühlt sich zweifellos sehr hochwertig an, richtet sich aber vor allem an Enthusiasten, die diese Anpassbarkeit wirklich nutzen oder den Aufpreis problemlos bezahlen können.

Unser Urteil: Ein ausgesprochen schöner und gut verarbeiteter Premium-Leverless mit starker Anpassbarkeit. Wer nur das Grundlayout benötigt, bekommt bei Haute42 deutlich günstiger eine überzeugende Alternative.

Adapter und Turniere

Ein Adapter kann Kompatibilität erweitern, ist aber kein universelles Versprechen. Firmware, Authentifizierung und Turnierregeln können sich ändern. Prüfe vor dem Kauf und vor jedem Event die aktuelle Kombination aus Controller, Adapter, Konsole und Spiel. Im Zweifel ist eine native beziehungsweise offiziell lizenzierte Verbindung die unkomplizierteste Lösung.

Häufige Fragen

Ist Leverless grundsätzlich besser als ein Arcade Stick?

Nein. Leverless kann sehr direkte und konsistente Richtungseingaben ermöglichen, setzt aber Training und passendes Muskelgedächtnis voraus. Ein erfahrener Stick- oder Pad-Spieler wird nicht automatisch besser, nur weil er die Hardware wechselt.

Brauche ich einen Arcade Stick, um Fighting Games ernsthaft zu spielen?

Nein. Gamepads, Arcade Sticks und Leverless Controller sind auf hohem Spielniveau erfolgreich. Verwende den Controller, mit dem du dich wohlfühlst und zuverlässig eingeben kannst.

Ist Leverless leichter zu lernen, wenn ich mit Tastatur spiele?

Oft ja, weil die Bewegungen bereits über einzelne Finger und Tasten eingegeben werden. Das typische Leverless-Layout und die Position der Sprungtaste benötigen trotzdem Eingewöhnung.

Funktioniert jeder Controller automatisch an PS5 und PC?

Nein. PC-Unterstützung ist häufig unkompliziert, während native PS5-Spiele eine offizielle Lizenzierung oder eine kompatible Authentifizierungslösung verlangen können. Entscheidend ist immer das konkrete Modell.

Kann ich Tasten und Schalter später austauschen?

Bei vielen Modellen ja, aber nicht immer auf dieselbe Weise. Klassische Arcade Sticks arbeiten häufig mit standardisierten 24- oder 30-mm-Tasten und Steckverbindungen. Leverless Controller können Hot-Swap-Sockel besitzen, benötigen aber jeweils kompatible Schalter und Tastenkappen.

Fazit: Der beste Controller ist der, mit dem du spielen möchtest

Für vollkommen unsichere Arcade-Stick-Einsteiger ist der Mayflash F300 ein sinnvoller Startpunkt. Wer bereits weiß, dass der Hebel langfristig bleiben soll, erhält mit dem HORI Fighting Stick Alpha unsere ausgewogenste Empfehlung. Der Victrix Pro FS ist die luxuriöse Wahl, wenn Budget und Transport keine große Rolle spielen.

Bei Leverless erfüllt der winzige Haute42 G16 denselben Zweck als günstiges Testgerät. R16 und M Ultra bieten anschließend mehr Fläche und eignen sich besser als langfristige Mittelklasselösung. Razer Kitsune und Victrix Pro KO liefern Premiumverarbeitung und native PS5-Unterstützung, verlangen dafür aber einen deutlichen Aufpreis. Wenn Geld keine Rolle spielt, würde ich bei beiden Bauformen zu den Victrix-Varianten greifen.

Diese Modelle sind nur eine kleine Auswahl aus einem inzwischen riesigen Markt. Wenn möglich, besucht ein Local Event oder Turnier und probiert Stick und Leverless selbst aus. Lasst euch nicht einreden, dass eine bestimmte Hardware euch automatisch besser macht. Spielt mit dem Controller, mit dem ihr euch wohlfühlt – und habt vor allem Spaß.

Kurz gefasst

Arcade Stick oder Leverless? Diese Kaufberatung erklärt die Unterschiede, zeigt wichtige Kaufkriterien und empfiehlt passende Modelle vom günstigen Einstieg bis zur Premiumklasse.

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